Philosophie

Der Firmengründer Ernst Wiemer hatte eine Vision: Er wollte das größte Möbelhaus in Soest bauen und die Nr. 1-Anlaufstelle in Sachen Einrichtung und Service sein. Das in einer Zeit, wo es noch zahlreiche versierte Handwerksbetriebe und namhafte Tischlereien gab. Und bei weitem war er nicht der Einzige mit dieser Idee. In der Einrichtungsbranche herrschte ein Verkäufermarkt, es waren Nachkriegszeiten. Es wurde nicht gefragt, ob es die Wohnwand zum Vorzugspreis von 799,- noch in mehr als zwei Farbausführungen gibt, sondern nur, „Wie groß ist der Raum, wie viel Meter Schrank dürfen es denn werden?“. Die Einrichtungskompetenz des Verkäufers, der sich deutlich besser mit der Ware auskannte als der Kunde, stand an erster Stelle und der Kunde hatte Vertrauen. Und das Ergebnis war stets gut. Gute Küchen, gute Polstergarnituren und vieles mehr – halten tatsächlich zum Teil noch bis heute! Wie oft sagen unsere Kunden stolz: Meine Garnitur ist schon 23 Jahre alt, die hat mir noch der alte Wiemer verkauft!” Verkaufen war seinerzeit sicherlich nicht leichter oder schwerer als heute, aber sein Konzept war auf den Punkt, zeitgemäß und kundennah.

Heute ist das Verkaufen von Möbeln anders geworden. Der Kunde kennt sich aus, gut aus – ist informiert durch das Internet und hat verschiedene Kaufmotive wie Qualität, Preis, Herkunft, Nachhaltigkeit etc., die den Anspruch an ein Möbel und seinen Verkäufer deutlich erhöhen. Hinzu kommt, dass der Job im Einzelhandel über die Jahre an Attraktivität verloren hat. Denn der Kunde von heute hat die Wahl: Warum soll er das Sideboard nicht im Internet kaufen? – Vielleicht ist es dort 50,- EUR günstiger oder es soll schon laut Anbieter am nächsten Tag vor der Haustür stehen? Oder warum sollte er es nicht in einem der sich stetig vermehrenden Großflächen-Möbelhäusern kaufen, wo ihm unfassbar viel Auswahl und ein tolles Einkaufserlebnis als Sahnehäubchen geboten wird?

Heute hätte Ernst Wiemer 100x mehr Marktbegleiter, die alle, und das unermüdlich jeden Tag, ihre Hausaufgaben machen. Denn sowohl das Internt als auch die Gigant-Möbelhäuser wachsen und wachsen. Es herrscht eine Wettbewerbsverdrängung, getrieben durch zahlreiche Faktoren. Ernst Wiemer hätte wohl die Hände über den Kopf zusammengeschlagen, sich umgedreht und sein Geld anderweitig – clever – investiert, denn er war ja Kaufmann.

Doch Möbel Wiemer hält dagegen, zwischen all der Konkurrenz rechts/links von der A44 und keine 40 km entfernt an der A2 gelegen. Und warum? Nicht weil es sich brüstet, das größte oder beste Möbelhaus zu sein, sondern weil es einen guten Ruf hat, dem es gerecht wird. Möbel Wiemer steht für gute Qualität und Beratung, saubere Preise und guten Service. Es ist ein Stammkundenhaus, wo man sich kennt. Kunden kaufen hier aus langer Verbundenheit und aufgrund positiver Erfahrungen. Die Verkäufer/innen kennen ihre Stammkunden und begrüßen Sie mit Namen wenn sie das Haus betreten. Sie nehmen sich Zeit, viel Zeit, um individuell auf die Bedürfnisse und Wünsche einzugehen, um diese dann auch in die Tat umzusetzen. Möbel Wiemer kann das gewisse Plus an Service, was andere Häuser vielleicht nicht können.

Nur man darf sich nichts vormachen. Wer nicht mit der Zeit geht, sieht den Eisberg nicht kommen. Auch Möbel Wiemer muss seine Hausaufgaben machen und dazu zählt nunmal mehr als nur „besser“ zu verkaufen. Es muss eine Vision her, die auf dem aufbaut, was Möbel Wiemer ausmacht und wo es einst hergekommen ist. Dreh- und Angelpunkt sind dabei die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen die maßgeblich verantwortlich für den Erfolg des Unternehmens sind. In zweiter Instanz ist es das Unternehmen selbst, das Gebäude, die Ausstellung und die technischen sowie die prozessseitigen Strukturen, die unweigerlich dafür sorgen, dass sich Mitarbeiter und Kunden wohlaufgehoben fühlen und alles reibungslos ineinander greift. Da alle guten Dinge Drei sind, kommt zum Schluss der Service und die gute Beratungsqualität, welche durch gut ausgebildete und zufriedene Mitarbeiter/innen getragen wird. Das gewisse Plus muss sich auch in der Unternehmenskultur widerspiegeln und einfach echt sein. Daher soll die neue Möbel Wiemer-Unternehmensvision zukünftig wie folgt aussehen:

Wir sind das Nr. 1 Familienunternehmen in der Möbelbranche für Soest, Kreis Soest und alle Freunde und Kunden aus Regionen darüber hinaus, die unser Haus betreten. Familienunternehmen sein bedeutet langjährige Beziehungen zu unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und damit für die Geschäftsleitung und Inhaberschaft eine große Verantwortung. Die Mitarbeiter sollen sich wohlfühlen. Wir wollen zukünftig Arbeitsplätze weiter sichern und gute Löhne und Gehälter für gute Arbeit bezahlen. Wir stecken mitten in einem Generationswechsel, und alle die, die Teil davon sein wollen, sollen die Möglichkeit bekommen, etwas beizutragen. Damit sind auch Karrierechancen und eine gute Aus- wie Weiterbildung gemeint. Zudem sollen zukünftig auch Annehmlichkeiten für die Kollegen und Kolleginnen geschaffen werden, damit sie gerne zur Arbeit kommen und sich dort wohlfühlen. Was konkret dies ist, können die Mitarbeiter selbst mitbestimmen.

Was man sich auf die Fahne schreibt, muss auch sichtbar werden – dass wir uns nämlich mit moderner Einrichtung sehr gut auskennen. Mit Start des Umbaus der Küchenabteilung in 2019 soll kontinuierlich das ganze Unternehmen von innen und außen modernisiert werden. Hierbei liegt der Fokus nicht nur auf der Ausstellung sondern auch auf Mitarbeiterräume, Büros und logistische wie technische Strukturen. Dieser Prozess soll binnen der nächsten fünf Jahre vollzogen werden – wohlwissend, dass man spätestens dann auch wieder vorne anfangen muss. Das Plus liegt hier auf Kontinuität, fortlaufend sicht- und spürbar zu investieren.

An letzter Stelle steht der Service-Gedanke, wie bereits erwähnt, getragen durch zufriedene Mitarbeiter und ein modernes Möbelhaus. Möbel Wiemer will sein Plus an Service und Kundenbindung weiter ausbauen. Wir wollen zukünftig nicht nur die Nr. 1 sein, sondern auch ein echter Insidertipp für Stammkunden und alle anderen, die es noch werden wollen. Wenn es heißt, „Wo kaufst du deine Möbel?”,dann muss die Antwort lauten: „Dann geh doch mal zu Wiemer, ich kenne da jemanden!”. Weiterempfehlungs-Marketing und Social Media haben heute einen besonderen Stellenwert, diese müssen genutzt werden. Im Endeffekt ist es genau das, was Ernst Wiemer seinerzeit und mit seinen Mitteln getan hätte. Wir müssen nur fit genug sein, das zu erkennen, uns dabei nicht von Konventionellem lösen, aber für Neues öffnen. Das in Kombination mit einem attraktiven Einkaufserlebnis und motivierten Mitarbeitern – die hinter der Idee stehen – ist der Schlüssel zum Erfolg. Davon bin ich überzeugt.

Christian Kanne

Geschäftsführer und Enkel von Ernst Wiemer